San Pedro – Volontariat im Tierheim Saga Humane Society

Mittlerweile ist es über zwei Jahre her, dass ich für einen Monat die vertraute Umgebung verlassen habe, um in einem Tierheim in Mittelamerika als Volontärin zu arbeiten.

Die kleine Stadt San Pedro liegt auf der Insel Ambergris Caye, die zu Belize gehört. In ihrem Hit “La Isla Bonita” besingt Madonna die Schönheit dieser Stadt und nein – sie übertreibt nicht!

Das glasklare Wasser des karibischen Meers, die Palmen und Sandstrände laden zum Träumen ein. Das Arbeiten im Tierheim Saga Humane Society holte mich jedoch immer wieder schnell auf den Boden der Tatsachen zurück. Mit den Tierheimen in Österreich sind die Bedingungen nicht vergleichbar, die Tiere verbringen die allermeiste Zeit in ganz kleinen Transportboxen eingepferecht, oft reicht die Zeit nur für einen kurzen Spaziergang am Tag, manchmal auch dafür nicht – je nachdem, wie viele Freiwillige mithelfen.

Der Sonntag war eigentlich einer meiner freien Tage, ich war jedoch am Sonntag immer im Einsatz, da Stephanie alleine Dienst hatte und ich wusste, dass dann die vielen Hunde und Katzen zu kurz kommen.

Ein Tier war liebenswerter als das andere – und doch habe ich im Tierheim Saga Humane Society eine ganz besondere Liebe gefunden, meinen Seelenhund Storm. Sie ist ein brauner Pitbull mit einem verletzten Vorderbein – sie wurde angeschossen und humpelt stark. Trotz ihrer Einschränkung ist sie so unglaublich sanftmütig und liebevoll. Als ich ein paar Wochen nach meiner Ankunft in Österreich erfahren habe, dass sie zu einer Pflegefamilie in den USA gekommen ist, hat mein Herz einen großen Freudenhüpfer gemacht.

Es gab genügend Freizeit, um die Insel zu erkunden und am Strand zu relaxen. Aber ich hatte nicht recherchiert, dass dort um diese Jahreszeit die Sonne um ca. 17:00 Uhr untergeht – was dort schneller abläuft als in unseren Breitengraden. Nach der Arbeit an den Strand gehen und in die Sonne legen war also nix. Laut der App des BMI sollten weibliche Touristen in Belize nicht alleine nach Sonnenuntergang unterwegs sein. Nachdem ich mir das Abendessen selbst organisieren musste, war das aber beinahe täglich der Fall. Das war absolut kein Problem, ich war ständig alleine in der Finsternis unterwegs und hatte in keinem Moment ein mulmiges Gefühl oder die Angst, dass mir etwas passieren könnte.

Die Leute in San Pedro sind sehr freundlich und aufgeschlossen, sie grüßen dich freundlich ohne Hintergedanken, sowohl Männer als auch Frauen. Bei Fragen (habe mich einige Male verrannt) konnte ich stets auf Hilfe zählen.

Durch den Aufenthalt in San Pedro habe ich unglaublich viel gelernt: Ich bin selbstständiger, weltoffener und flexibler geworden, wohl auch widerstandsfähiger und ein klein bisschen weniger naiv.

“Eine Investition ins Reisen ist eine Investition in dich selbst.” – Matthew Karsten

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